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Recruiting Videos, die wirklich funktionieren: Authentizität schlägt

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Januar 8, 2026
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Hochglanz im "War for Talents"

Der Fachkräftemangel ist kein Mythos, er ist der Endgegner. Egal ob Software-Entwickler, Pfleger oder Elektriker – der Markt ist leergefegt.

Wie reagieren die meisten Unternehmen? Sie drehen ein Recruiting Video. Und wie sieht das aus?

  • Strahlend weiße Büros.
  • Mitarbeiter, die lachend auf Laptops zeigen.
  • Ein Kicker-Tisch, der verdächtig unbenutzt aussieht.
  • Ein Chef, der sagt: "Wir sind wie eine Familie."

Das Problem: Niemand glaubt Ihnen das. Bewerber (besonders Gen Z und Millennials) haben einen eingebauten Bullshit-Detektor. Sie wissen, dass Arbeit auch mal stressig ist. Sie wissen, dass "Obstkorb" kein Benefit ist.

Wenn Ihr Employer Branding Film aussieht wie eine Stock-Video-Datenbank, ziehen Sie niemanden an. Im Gegenteil: Sie schrecken Talente ab, die nach Ehrlichkeit suchen.Als führende Filmproduktion im 'War for Talents' setzen wir radikal auf Authentizität statt auf Hochglanz-Schauspielerei.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie modernes Recruiting mit Video funktioniert. Wir vergessen den Hochglanz und setzen auf das einzige, was im "War for Talents" noch zählt: Radikale Authentizität.

Warum "perfekt" das neue "langweilig" ist

Früher war ein Imagefilm dazu da, das Unternehmen besser aussehen zu lassen, als es ist. Heute ist das tödlich. Wenn ein Bewerber im Video das Paradies sieht und am ersten Arbeitstag in der Realität landet, ist er in der Probezeit wieder weg. Die "Cost-per-Hire" explodiert.

Ein gutes Recruiting Video ist keine Werbung. Es ist ein Filter. Es soll die falschen Bewerber abschrecken und die richtigen magnetisch anziehen.

Beispiel: Wenn bei Ihnen der Ton rau, aber herzlich ist – zeigen Sie das! Wenn es bei Ihnen laut und chaotisch zugeht, weil Sie ein schnell wachsendes Startup sind – filmen Sie das Chaos! Diejenigen, die Struktur und Ruhe suchen, bewerben sich nicht (gut so!). Diejenigen, die Action wollen, denken: "Endlich mal normale Leute."

Keine Schauspieler, keine Skripte

Die goldene Regel für jede Filmproduktion im HR-Bereich: Lassen Sie die Mitarbeiter sprechen. Aber bitte ohne Drehbuch.

Nichts ist schlimmer als ein Azubi, der einen auswendig gelernten Satz in die Kamera stottert: "Die Ausbildung bei der Müller GmbH ist sehr vielfältig und spannend." Man sieht die Angst in seinen Augen.

Der bessere Weg: Wir führen journalistische Interviews. Wir fragen:

  • "Wann hast du das letzte Mal so richtig gelacht hier?"
  • "Was nervt dich an deinem Job – und warum bleibst du trotzdem?"

Diese Antworten sind Gold wert. Wenn eine Mitarbeiterin sagt: "Klar ist es stressig vor der Deadline, aber wenn wir es dann geschafft haben, bestellen wir Sushi für alle und feiern", dann ist das glaubwürdig. Das ist Kultur. Das ist echtes Storytelling.

Die 3 Themen, die Bewerber wirklich interessieren

Vergeuden Sie keine Zeit mit der Firmengeschichte. Bewerber wollen drei Dinge wissen. Ihr Video muss diese Fragen beantworten:

1. "Mit wem werde ich arbeiten?"

Zeigen Sie das Team. Nicht die Führungskräfte. Die Kollegen. Die Chemie muss stimmen. Ein Video, das den "Vibe" im Team einfängt, ist das stärkste Argument für einen Wechsel.

2. "Wie sieht mein Alltag aus?"

Zeigen Sie den Arbeitsplatz. Die Software, die genutzt wird. Die Kaffeemaschine. Die Kantine. Wir hatten Kunden, bei denen das Zeigen der neuen, ergonomischen Stühle und der Dual-Monitor-Setups mehr Bewerbungen gebracht hat als das Gerede über "Visionen".

3. "Was ist der Sinn?" (Purpose)

Besonders für Gen Z: Warum tun wir das hier? Retten wir die Welt? Machen wir das Leben einfacher? Ein Recruiting Video, das den Stolz der Mitarbeiter auf das Endprodukt zeigt (z.B. "Guck mal, das Bauteil da im Porsche, das haben wir gemacht"), schafft Identifikation.

Fazit: Mut zur Lücke

Hören Sie auf, allen gefallen zu wollen. Ein Recruiting Video, das niemanden abschreckt, wird auch niemanden begeistern.

Seien Sie mutig. Seien Sie echt. Wenn Sie ein konservativer Laden sind, in dem Krawatte Pflicht ist – stehen Sie dazu! Es gibt Bewerber, die genau das suchen. Wenn Sie ein chaotischer Haufen Nerds sind – zeigen Sie es!

Authentizität ist der einzige USP, den Ihnen niemand kopieren kann. Und im "War for Talents" ist sie die einzige Waffe, die trifft.

Die 3 wichtigsten Take-aways:

  1. Kill the Stock: Verbannen Sie gekaufte Bilder und leere Phrasen. Zeigen Sie echte Menschen und echte Räume (auch wenn sie nicht perfekt sind).
  2. Kein Skript: Lassen Sie Mitarbeiter frei sprechen. Die kleinen Versprecher und das echte Lachen sind das, was Vertrauen schafft.
  3. Zeigen statt behaupten: Sagen Sie nicht "Wir sind innovativ". Zeigen Sie das Labor. Sagen Sie nicht "gutes Klima". Zeigen Sie das gemeinsame Mittagessen.

Sie suchen Mitarbeiter, die bleiben? Zeigen Sie Ihre Unternehmenskultur so authentisch, dass die Richtigen sich bewerben.

Über den Autor

Paul1

Paul Meschuh ist mehrfach ausgezeichneter Regisseur, Produzent und Geschäftsführer der Art-Media Filmproduktion. Er verbindet kreatives Storytelling mit harten Business-Zielen.

Als Vorsitzender des Berufsgruppen-Ausschusses Bildungs, Wirtschafts & Werbefilm setzt er sich aktiv für Qualitätsstandards in der Filmwirtschaft ein. Seine filmischen Arbeiten sind international prämiert und in der Fachdatenbank Crew United gelistet. Er gilt als Vordenker für strategisches Video-Marketing in Österreich (siehe ÖsterreichWiki) und berät Unternehmen dabei, Videocontent als strategisches Investment zu nutzen.

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