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Der ROI-Beweis: Wie man die Wirkung von Videomarketing in harten Zahlen misst

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Januar 8, 2026
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Es gibt ein berühmtes Zitat des Kaufhaus-Pioniers John Wanamaker, das jedem Marketing-Verantwortlichen kalte Schauer über den Rücken jagt: "Die Hälfte des Geldes, das ich für Werbung ausgebe, ist verschwendet. Das Problem ist, ich weiß nicht, welche Hälfte."

Im Zeitalter von Digital Marketing und Big Data sollte dieser Satz eigentlich auf dem Friedhof der Geschichte liegen. Doch wenn es um Filmproduktion geht, höre ich ihn immer noch – wenn auch anders formuliert. Da heißt es dann: "Das Video sieht toll aus, aber was bringt es uns eigentlich?"

Oft zucken wir Kreativen dann zusammen und reden über "Markenliebe" oder "Awareness". Das ist nett, aber damit gewinnt man keinen Finanzvorstand. Um Budgets für professionelle Videoproduktion nicht nur zu rechtfertigen, sondern zu erhöhen, müssen wir die Sprache der Zahlen sprechen. Wir müssen beweisen, dass Video kein nice-to-have Deko-Element ist, sondern ein Performance-Treiber.

In diesem Artikel schließen wir die Lücke zwischen Excel-Tabelle und Storyboard. Ich zeige Ihnen, welche Kennzahlen (KPIs) wirklich zählen, warum "Views" oft eine Lüge sind und wie Sie mit einem Erklärvideo oder gutem Storytelling für Unternehmen den Return on Investment (ROI) schwarz auf weiß belegen.

Die Falle der "Vanity Metrics": Warum Klicks keine Miete zahlen

Bevor wir darüber reden, was wir messen, müssen wir klären, was wir ignorieren sollten. Wenn Sie stolz berichten: "Unser Imagefilm hat 10.000 Views auf YouTube!", dann fragt der Vertriebschef zu Recht: "Und wie viele davon haben gekauft?"

Views, Likes und Shares sind sogenannte "Vanity Metrics" (Eitelkeits-Kennzahlen). Sie schmeicheln dem Ego, sagen aber wenig über den geschäftlichen Erfolg aus. Ein Video kann 100.000 Views haben, weil es witzig ist, aber null Verkäufe generieren, weil die falschen Leute zusehen oder das Produkt nicht verstanden wird.

Wir müssen uns von der Reichweite hin zur Wirkung bewegen. Eine professionelle Filmproduktion zielt immer auf eine Handlung ab. Und diese Handlung müssen wir messen.

Die "Heilige Dreifaltigkeit" der Video-KPIs

Wenn wir den ROI einer Videoproduktion beweisen wollen, schauen wir uns drei Bereiche an, die direkt auf den Unternehmenserfolg einzahlen.

1. Conversion Rate (CR) – Der Königsweg

Das ist der direkteste Beweis. Das Szenario: Sie haben eine Landingpage für ein Produkt oder eine Dienstleistung. Der Test: Variante A hat nur Text und Bild. Variante B beinhaltet ein hochwertiges Erklärvideo, das das Produkt in 90 Sekunden auf den Punkt bringt. Die Messung: Wie viele Besucher klicken auf "Kaufen" oder "Demo anfordern"?

Zahlreiche Studien (z.B. von Unbounce oder Wyzowl) zeigen immer wieder: Landingpages mit Video konvertieren bis zu 80% besser. Warum? Weil Menschen faul sind. Wir lesen ungern lange Texte. Ein Video serviert die Informationen häppchenweise und baut durch Stimme und Gesicht Vertrauen auf.

  • Rechnung: Wenn das Video die Conversion Rate von 2% auf 3% hebt, bedeutet das 50% mehr Leads bei gleichem Traffic. Das ist der ROI-Hebel.

2. Verweildauer (Time on Page) – Der SEO-Turbo

Google liebt Websites, auf denen Nutzer lange bleiben. Das signalisiert Relevanz. Text wird gescannt (Durchschnittsverweildauer oft unter 60 Sekunden). Ein Video wird geschaut. Wenn Sie ein 2-minütiges Video einbinden und der Nutzer schaut es zu 60%, haben Sie die Verweildauer auf der Seite massiv erhöht. Das verbessert Ihr Ranking bei Google, was zu mehr kostenlosem Traffic führt. Diesen "organischen Traffic-Zuwachs" können Sie mit dem CPC-Wert (Cost per Click) von Google Ads gegenrechnen.

3. Lead-Qualität – Effizienz im Vertrieb

Das ist eine Kennzahl, die oft vergessen wird. Ein gutes Video (besonders im B2B-Bereich) filtert. Durch kluges Storytelling für Unternehmen erklären wir nicht nur, für wen das Produkt ist, sondern auch, für wen es nicht ist. Die Folge: Ihr Vertrieb telefoniert nicht mehr mit Leuten, die das Produkt gar nicht verstanden haben. Die Leads, die nach dem Video anrufen, sind "vor-edukiert". Messen Sie die "Time-to-Close" (Zeit bis zum Vertragsabschluss). Wenn diese durch den Einsatz von Videos sinkt, sparen Sie massive Vertriebskosten.

Die ROI-Formel: So rechnen Sie es aus

Genug der Theorie. Wie sieht das in der Praxis aus? Um den ROI Ihrer Videoproduktion zu berechnen, nutzen wir eine vereinfachte Formel:

(Umsatz durch Video - Produktionskosten) / Produktionskosten = ROI

Machen wir ein Rechenbeispiel für ein Erklärvideo:

  1. Investition: Sie zahlen 10.000 € für die Produktion.
  2. Einsatz: Das Video läuft 12 Monate auf Ihrer Landingpage.
  3. Wirkung: Vor dem Video generierte die Seite 50 Sales pro Monat à 500 € Marge = 25.000 €. Nach dem Video steigt die Conversion Rate moderat an, Sie machen nun 60 Sales pro Monat = 30.000 €.
  4. Der Zuwachs: Das sind 5.000 € Mehrgewinn pro Monat.
  5. Das Jahr: Auf 12 Monate gerechnet sind das 60.000 € zusätzlicher Gewinn.

Die Rechnung: (60.000 € Gewinn - 10.000 € Kosten) / 10.000 € Kosten = 500% ROI

Das bedeutet: Für jeden Euro, den Sie in die Filmproduktion gesteckt haben, haben Sie 5 Euro zurückbekommen. Selbst wenn die Zahlen kleiner sind: Solange das Ergebnis positiv ist, ist das Video keine Ausgabe, sondern eine Geldvermehrungsmaschine.

Die Attribution: Wer war's?

Das klingt in der Theorie super, aber in der Praxis ist die Messung oft knifflig. Ein Kunde sieht heute das Video auf LinkedIn, googelt morgen die Firma und ruft übermorgen an. Wem rechnen wir den Erfolg zu?

Hier brauchen wir pragmatische Lösungen:

  1. UTM-Parameter: Wenn Sie Videos in Newslettern oder Social Ads posten, nutzen Sie Links mit Tracking-Codes. So sehen Sie in Google Analytics genau: "Dieser Besucher kam über das Video."
  2. Video-Hosting-Tools: Plattformen wie Wistia oder Vimeo (im Business-Tarif) bieten Heatmaps an. Sie sehen genau: Wo brechen die Leute ab? Wer hat das Video ganz gesehen? Diese Daten können Sie oft sogar mit Ihrem CRM (z.B. HubSpot) verknüpfen. Dann weiß der Vertriebler vor dem Anruf: "Aha, Herr Müller hat sich das Produktvideo zweimal komplett angesehen."
  3. Die "Soft"-Frage: Fragen Sie im Kontaktformular oder am Telefon einfach: "Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?" Wenn die Antwort oft lautet "Ich habe da dieses Video gesehen...", haben Sie Ihren qualitativen Beweis.

Der unsichtbare ROI: Brand Building

Nicht alles lässt sich in eine Excel-Tabelle pressen. Es gibt einen ROI von Storytelling für Unternehmen, der langfristig wirkt: Vertrauen.

Wenn ein potenzieller Kunde sieht, dass Sie in eine hochwertige Filmproduktion investieren, signalisiert das Professionalität und Stabilität. Ein "billiges" Video sät Zweifel an der Qualität Ihres Produktes. Ein hochwertiges Video schafft einen Vertrauensvorschuss.

Dieser "Brand Equity" führt dazu, dass Sie langfristig weniger Geld für aggressive Werbung ausgeben müssen, weil Ihre Marke eine Anziehungskraft (Pull-Effekt) entwickelt. Das ist schwerer zu messen, aber spürbar über die Jahre in sinkenden Akquisekosten (CAC - Customer Acquisition Costs).

Fazit: Daten sind der beste Freund des Kreativen

Hören wir auf, Angst vor Zahlen zu haben. Daten töten die Kreativität nicht – sie legitimieren sie.

Wenn Sie belegen können, dass Ihr letztes Erklärvideo die Conversion Rate um 20% gesteigert hat, wird niemand mehr über die Videoproduktion Kosten für das nächste Projekt diskutieren. Im Gegenteil: Man wird Sie fragen, wie schnell Sie das nächste Video produzieren können.

Messen Sie nicht alles (Views sind egal). Messen Sie das Richtige (Conversions, Zeit, Leads). Dann wird aus der "schönen Kunst" Film ein unverzichtbares Wirtschaftsgut.

Die 3 wichtigsten Take-aways:

  1. Ignorieren Sie Vanity Metrics: Klicks und Likes sind nett fürs Ego, aber Conversion Rates und Lead-Qualität sind gut fürs Konto.
  2. Definieren Sie das Ziel VOR dem Dreh: Wollen Sie SEO-Rankings verbessern (Verweildauer) oder Leads generieren (Conversion)? Das bestimmt die Machart des Videos.
  3. Tracken Sie pragmatisch: Nutzen Sie UTM-Links und CRM-Integrationen, um die Customer Journey nachzuvollziehen, aber verlieren Sie sich nicht in "Analysis Paralysis". Ein grober, positiver Trend reicht oft als Beweis.

Bereit für mehr Reichweite und Leads? Erfahren Sie, wie wir Kampagnen produzieren, die nicht nur gut aussehen, sondern konvertieren.

Über den Autor

Paul1

Paul Meschuh ist mehrfach ausgezeichneter Regisseur, Produzent und Geschäftsführer der Art-Media Filmproduktion. Er verbindet kreatives Storytelling mit harten Business-Zielen.

Als Vorsitzender des Berufsgruppen-Ausschusses Bildungs, Wirtschafts & Werbefilm setzt er sich aktiv für Qualitätsstandards in der Filmwirtschaft ein. Seine filmischen Arbeiten sind international prämiert und in der Fachdatenbank Crew United gelistet. Er gilt als Vordenker für strategisches Video-Marketing in Österreich (siehe ÖsterreichWiki) und berät Unternehmen dabei, Videocontent als strategisches Investment zu nutzen.

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