Wie rekrutiert man für ein System, das so riesig ist, dass es fast abstrakt wirkt? Der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) ist der größte Gesundheitsdienstleister Österreichs. Die Herausforderung: Größe wird oft mit Anonymität verwechselt. Für die neue Employer-Branding-Kampagne wählte die Art-Media Filmproduktion deshalb einen Ansatz, der die Dimensionen feiert, aber gleichzeitig radikale Nähe zulässt. Durch die Kombination aus cineastischen Drohnen-Aufnahmen und einem dokumentarischen "Behind-the-Scenes"-Stil (BTS) entstand ein authentisches Porträt einer Organisation, die niemals schläft.
Genre: Recruitmentvideo
Branche: Gesundheitswesen
Kunde: Wiener Gesundheitsverbund
Leistung: Konzeption, Produktion
Im Recruiting für das Gesundheitswesen kämpfen alle mit denselben Argumenten: Teamwork, Sinn, Sicherheit. Doch der Wiener Gesundheitsverbund hat ein Alleinstellungsmerkmal, das gleichzeitig seine größte Hürde ist: Seine schiere Größe.
Viele potenzielle Bewerber:innen haben Angst, in einem "anonymen Tanker" unterzugehen. Sie fürchten Bürokratie und Unpersönlichkeit. Die strategische Analyse der Art-Media Filmproduktion ergab jedoch einen interessanten psychologischen Twist: Wenn man die Größe richtig framt, wird sie zum ultimativen Sicherheitsversprechen. "Teil von etwas Großem" zu sein, bedeutet Relevanz. Es bedeutet, dass man nicht alleine kämpft, sondern ein gigantisches Netzwerk im Rücken hat.
Das Ziel der Kampagne war es also, dieses Gefühl von "Massive Impact" mit individueller Herzlichkeit zu verbinden. Wir mussten zeigen: Der WIGEV ist ein Riese, aber ein Riese mit Herzschlag.
Die Kampagne umfasst mehrere Videos (Ausbildung, Vorteile, Image), die alle einem emotionalen roten Faden folgen.
Die Ästhetik der Entschleunigung
Besonders in den Videos "Ausbildungen" und "Vorteile" arbeiteten wir intensiv mit High-Frame-Rate Aufnahmen (Slow Motion).
Fokus auf Details: Im hektischen Klinikalltag gehen kleine Gesten oft unter. Durch die Zeitlupe machen wir sie sichtbar. Ein aufmunterndes Nicken, das Halten einer Hand, das konzentrierte Aufziehen einer Spritze.
Emotionale Wucht: Zeitlupe emotionalisiert. Sie gibt dem Betrachter die Zeit, die Bedeutung des Moments zu erfassen. Wenn eine Pflegekraft in Slow Motion lächelt, wirkt das zehnmal stärker als in Echtzeit. Es vermittelt Ruhe und Kompetenz inmitten des Sturms.
Sound Design als Klammer
Da wir verschiedene Standorte und Berufsgruppen (von der Logistik bis zur Spitzenmedizin) zeigten, brauchte es eine akustische Klammer. Ein treibender, aber emotionaler Soundtrack verbindet die unterschiedlichen Welten. Die O-Töne (Original-Töne) der Mitarbeiter sind dabei so abgemischt, dass sie klar im Vordergrund stehen – ihre Stimmen tragen die Botschaft, nicht ein externer Sprecher.
Für diesen Look kombinierten wir Technik aus dem Spielfilm mit der Agilität von Dokumentarfilmern.
Kamera: Großformatige Sensoren (Full Frame) für den cineastischen Look. Das ermöglicht eine geringe Schärfentiefe (Bokeh), um die Personen vom oft unruhigen Klinik-Hintergrund freizustellen.
Optiken: Einsatz von Vintage- oder speziellen Coating-Linsen, um das sterile Krankenhauslicht weicher und organischer wirken zu lassen. Wir wollten keine "kalte" Medizin-Optik, sondern Wärme.
Drohnen: High-Res Drohnen für die Establishing Shots, die auch bei Wind stabil perfekte 4K-Bilder der Architektur liefern.
Um Authentizität in einem so oft gesehenen Setting wie einem Krankenhaus neu zu erzeugen, brachen wir mit den gängigen Regeln der Hochglanz-Werbung. Wir entwickelten eine hybride Bildsprache, die zwei Extreme vereint:
Der "BTS-Style" (Behind The Scenes) als Vertrauensanker
Nichts wirkt ehrlicher als der Blick hinter die Kulissen. Wir integrierten bewusst Elemente in den Schnitt, die normalerweise "rausfallen".
Das Setting vor dem Setting: Wir zeigen Momente, in denen das Mikrofon erst angesteckt wird, in denen kurz gelacht wird, bevor es "ernst" wird, oder kurze Interaktionen mit der Crew.
Die psychologische Wirkung: Dieser BTS-Stil signalisiert dem Gehirn des Zuschauers: "Hier wird nichts inszeniert. Das ist echt." Es baut die Barriere zwischen Bildschirm und Protagonist ab. Der Zuschauer hat das Gefühl, am Set dabei zu sein, statt nur ein fertiges Werbeprodukt zu konsumieren. Es ist die ultimative Form des Social Proofs – die Unperfektheit macht es glaubwürdig.
Dutch Angles: Dynamik im System
Ähnlich wie bei unserer Arbeit für die voestalpine, setzten wir auch hier auf Dutch Angles (gekippte Kameraebenen), aber mit einer anderen Intention.
Visualisierung von Stress & Flow: Ein Krankenhaus steht nie still. Die schrägen Perspektiven visualisieren die ständige Bewegung, die Dynamik auf den Gängen, das Adrenalin in der Notaufnahme.
Hero-Status: Wenn wir Ärztinnen und Pfleger von leicht unten im Dutch Angle drehen, wirken sie größer, heroischer. Sie sind die Felsen in der Brandung dieses dynamischen Systems. Es verleiht den Protagonisten eine subtile Superhelden-Aura, ohne dass sie Cape tragen müssen.
Eine Videoproduktion in laufenden Spitälern ist logistisch eine der komplexesten Aufgaben überhaupt. Man kann den Betrieb nicht anhalten. Patientenversorgung geht immer vor.
Das "Invisible Crew" Konzept
Um in sensiblen Bereichen wie Schockräumen, Pflegestationen oder der Humanmilchbank zu drehen, musste unser Team fast unsichtbar agieren.
Minimal Footprint: Wir arbeiteten mit extrem reduziertem Equipment am Set, das aber High-End-Output liefert. Statt riesiger Dollies nutzten wir gimbalsbasierte Systeme, die uns erlaubten, uns im gleichen Tempo wie das Personal zu bewegen.
Integration in den Arbeitsfluss: Die Interviews und Schnittbilder (B-Roll) entstanden oft "on the fly". Wir begleiteten die Teams bei echten Wegen. Die "Walk-and-Talk"-Szenen sind nicht gestellt – sie sind echter Arbeitsalltag, eingefangen mit cineastischer Präzision.
Skalierung durch Drohnen
Um den Claim "Teil von etwas Großem" visuell zu beweisen, brauchte es die Vogelperspektive.
Establishing Shots: Wir setzten Drohnen ein, um die riesigen Komplexe der Kliniken (wie Klinik Floridsdorf oder AKH Campus) von oben zu zeigen. Diese Bilder sind essenziell für das Storytelling: Sie zoomen aus dem individuellen Schicksal (Mikro-Ebene) heraus und zeigen das große Ganze (Makro-Ebene). Der Schnitt wechselt rhythmisch zwischen der emotionalen Zeitlupe einer Handberührung und der monumentalen Totale des Gebäudes. Das ist Gänsehaut-Architektur.
Mit dieser Kampagne hat die Art-Media Filmproduktion das Image des Wiener Gesundheitsverbunds modernisiert. Wir haben den "Behörden-Staub" weggeblasen – nicht durch künstliche Inszenierung, sondern durch radikale Ehrlichkeit (BTS-Style) und cineastische Größe (Drohnen/Dutch Angles).
Wir zeigen den WIGEV nicht als Verwaltungseinheit, sondern als lebendigen Organismus. Als einen Ort, an dem "Großes" passiert, weil viele kleine Rädchen perfekt ineinandergreifen. Das ist Employer Branding, das die Größe nicht versteckt, sondern sie zum stärksten Argument macht.
FILMPRODUKTION MIT
WIEDERERKENNUNGSWERT GESUCHT?
Wenn Sie für die Erreichung Ihrer Marketingziele mit uns die Produktion eines real gedrehten Imagefilms, Tourismusfilms, Recruitment Films, Produktvideos, Werbespots, oder eines Animationsfilms in Form eines Erklärvideos in 2D oder 3D umsetzen wollen, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme für ein unverbindliches Erstgespräch.
Film- & TV Produktion in Wien. Wir produzieren: Imagefilme, Werbefilme, Spots, Lehrfilme, Livestreams, Wirtschaft- & Industriefilme für Kino, TV und Social Media.
Büro Wien:
Novaragasse 40/ 19
1020 Wien, Austria
© Art-Media 2026 Film- & TV Produktion | ALL RIGHTS RESERVED | Datenschutzerklärung