Die Stahlindustrie gilt oft als starr, schwerfällig und linear. Wie bricht man dieses Image visuell auf, um eine neue Generation von High-Potentials anzusprechen? Für die globale Kampagne der voestalpine wählte die Art-Media Filmproduktion keinen konventionellen Weg. Inspiriert von der visuellen Wucht aus Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum", setzten wir auf Desorientierung als Stilmittel: Durch Dutch Angles und rotierende Kameraperspektiven wird der Claim "One Step Ahead" nicht nur gesagt, sondern physisch spürbar gemacht.
Genre: Recruitmentvideo
Branche: Industire
Kunde: voestalpine AG
Leistung: Konzeption, Produktion
Wer an einen Stahlkonzern denkt, hat oft rechtwinklige Bilder im Kopf: Stahlträger, gerade Linien, hierarchische Strukturen. Doch die Realität in der High Performance Metals Division der voestalpine ist fluide, global und hochdynamisch.
Das strategische Dilemma im "War for Talents" war folgendes: Ein klassisches Interview-Video, in dem Mitarbeiter brav in die Kamera lächeln, würde das alte Image der "Braven und Angepassten" nur bestätigen. Um digitale Nomaden, internationale Experten und Querdenker zu erreichen, musste das Bildformat selbst aus den Fugen geraten.
Die visuelle Metapher: Die Welt dreht sich
Die Kernbotschaft der Kampagne ist Bewegung. Die voestalpine steht nicht still. Sie verändert sich, sie passt sich an, sie denkt um. Die Art-Media Filmproduktion übersetzte diesen abstrakten Unternehmenswert in eine radikale Kameraführung. Wir entschieden uns, den Zuschauer wortwörtlich aus dem Gleichgewicht zu bringen, um ihn für neue Perspektiven zu öffnen.
Mit dieser Kampagne positioniert sich die voestalpine weit abseits vom Branchen-Standard.
Differenzierung: Im Feed eines Bewerbers, der Dutzende "Wir suchen Dich"-Videos sieht, sticht dieser Look sofort hervor. Wer traut sich schon, sein Unternehmen "schräg" zu zeigen?
Kultur-Fit: Die Videos wirken als Filter. Wer eine konservative "9-to-5"-Mentalität sucht, wird von der Dynamik der Bilder vielleicht abgeschreckt. Wer aber "One Step Ahead" denkt, fühlt sich von der visuellen Energie angezogen. Die Kampagne zieht genau die Talente an, die das Unternehmen braucht: Veränderungswillige Gestalter.
Global Appeal: Die Bildsprache (Rotation/Weltraum/Zukunft) ist universell verständlich. Sie funktioniert in Asien genauso wie in den USA oder Europa, was für einen internationalen Roll-Out entscheidend ist.
Kamera: ARRI Alexa Mini LF (Large Format für cineastische Tiefe und Dynamic Range)
Optiken: ARRI Signature Primes (Für organische Hauttöne und weiches Bokeh)
Support: Mövi Pro Gimbal (Für die "Floating Cam" Ästhetik in den Hallen)
Post: DaVinci Resolve Studio (High-Key Grading & Finishing)
Die Referenz war gigantisch: Die ikonischen Szenen aus 2001: Odyssee im Weltraum, in denen die Schwerelosigkeit die Orientierung auflöst.
Der "Dutch Angle" als Störer
Normalerweise wird im Corporate-Bereich peinlich genau darauf geachtet, dass der Horizont gerade ist. Wir brachen diese Regel bewusst. Durch den Einsatz von Dutch Angles (gekippte Kameraebenen) erzeugen die Videos eine subtile Spannung.
Psychologie: Ein schräges Bild signalisiert dem Gehirn: "Achtung, hier ist etwas anders." Es verhindert, dass der Zuschauer in den passiven Berieselungs-Modus verfällt. Es visualisiert Dynamik und Agilität – wer hier arbeitet, muss bereit sein, die Dinge aus einem anderen Winkel zu betrachten.
Die Rotation: Ein Universum für sich
Noch einen Schritt weiter gingen wir mit den Kamera-Rotationen. Die Kamera dreht sich langsam um die eigene Achse oder um den Protagonisten, während dieser spricht oder agiert.
Der "Space"-Effekt: Diese schwebende Bewegung lässt die Büros und Werkshallen fast wie Raumstationen wirken. Es hebt die Mitarbeiter aus ihrem physischen Umfeld heraus und stellt sie in den Mittelpunkt eines sich drehenden Universums.
Die Meta-Ebene: Die Rotation symbolisiert den globalen Aspekt des Konzerns. Die voestalpine umspannt die Welt, und die Mitarbeiter sind die Fixpunkte in diesem globalen Netzwerk.
Eine solche Bildsprache lässt sich nicht "einfach so" drehen. Sie erfordert präzise Planung, da jede Kamerabewegung motiviert sein muss. Ein wackeliges Bild wirkt amateurhaft, eine geplante Rotation wirkt cineastisch.
Setup & Equipment
Um den "Kubrick-Look" in eine echte Arbeitsumgebung zu bringen, brauchte es spezielles Grip-Equipment.
Gimbal & Rigs: Wir nutzten stabilisierte Kamerasysteme (Gimbals), die jedoch nicht – wie üblich – den Horizont fixierten, sondern so programmiert oder bedient wurden, dass sie die Rotation kontrolliert zuließen.
Parallax-Effekt: Die Rotation entfaltet ihre volle Wirkung nur, wenn Vorder- und Hintergrund in Bewegung sind. Wir positionierten die Protagonisten so im Raum, dass sich Architekturelemente (Fensterfluchten, Maschinen) im Hintergrund dynamisch verschieben, während sich die Kamera dreht.
Inszenierung der Protagonisten
Die Herausforderung für die Regie war es, echte Mitarbeiter in diesem fast schon surrealen Setting natürlich wirken zu lassen.
Ruhe im Sturm: Während sich die Welt (die Kamera) um sie dreht, bleiben die Protagonisten der ruhende Pol. Dieser Kontrast ist essenziell: Er suggeriert, dass die Mitarbeiter trotz der dynamischen Marktveränderungen ("die Welt steht Kopf") die Kontrolle behalten und fokussiert bleiben.
Authentische Storys: Trotz des stilisierten Looks ließen wir den Inhalt "raw". Wir verzichteten auf gestelzte Skripte. Ob es um den internationalen Marketing-Alltag, Supply-Chain-Herausforderungen oder den Quereinstieg geht – die Geschichten sind echt. Der Kontrast zwischen der High-End-Ästhetik und den bodenständigen, ehrlichen Aussagen erzeugt eine spannende Reibung.
Die Art-Media Filmproduktion beweist mit "voestalpine PEOPLE", dass Corporate Video nicht langweilig sein muss. Durch den mutigen Griff in die cineastische Trickkiste – das Zitieren von Kubrick, das Kippen des Horizonts – wurde aus einer Standard-Recruiting-Maßnahme ein Stück visuelle Identität.
Wir haben die Mitarbeiter nicht nur porträtiert, wir haben sie in einen modernen, fast futuristischen Kontext gesetzt. Das Ergebnis ist Employer Branding, das nicht behauptet, modern zu sein, sondern durch jeden Frame Modernität ausstrahlt.
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