EXIAS Medical

Radical Honesty:
Ein Imagefilm ohne klassisches Drehbuch

In der Welt der Medizintechnik herrscht oft eine visuelle Monotonie: Sterile Labore, weißes Licht, blaue Akzente und Protagonisten, die auswendig gelernte Sätze über "Qualität" und "Zuverlässigkeit" aufsagen. Doch wenn es um Analysegeräte geht, die in echten Notsituationen über Leben entscheiden – etwa bei der Versorgung von Neugeborenen auf der Intensivstation –, reicht Hochglanz-Perfektion nicht aus. Was hier zählt, ist die härteste Währung der Branche: Vertrauen.

Für den Technologie-Führer EXIAS Medical ging die Art-Media Filmproduktion deshalb ein kreatives Wagnis ein. Wir verabschiedeten uns vom sicheren Boden klassischer Corporate-Scripts und setzten auf das riskanteste, aber stärkste aller filmischen Mittel: Die ungeschminkte Wahrheit. Wir nennen dieses Konzept "Radical Honesty".

FACTS

Genre: Imagefilm
Branche: Medizinprodukt
Kunde: EXIAS Medical GmbH
Leistung: Konzeption, Produktion

Die Strategische
Herausforderung:

Authentizität vs. Werbesprech

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Die Aufgabenstellung war komplex: Wie visualisiert man die Innovationskraft und den speziellen "Spirit" eines Unternehmens, das "Made in Austria" wörtlich nimmt, ohne dass es wie plumpe Werbung wirkt? Ein klassischer Imagefilm läuft immer Gefahr, eine Barriere aufzubauen. Sobald der Zuschauer merkt, dass ein Satz einstudiert ist, schaltet das Gehirn auf "Werbemodus". Die Glaubwürdigkeit sinkt.

Das Ziel war es, diese Barriere einzureißen. Wir wollten zeigen, dass die Leidenschaft für die elektrolytische Analyse und die Verantwortung für den Patienten keine hohlen Marketingphrasen sind, sondern tief in der DNA der Mitarbeiter verankert liegen. Wir mussten einen Weg finden, das "Innere" von EXIAS nach außen zu kehren – roh, direkt und ohne Filter.

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Das Konzept:

The Blind Interview & Control Loss

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Um echte Momente einzufangen, entwickelte Art-Media Filmproduktion ein radikales Konzept: Den bewussten Kontrollverlust.

Der "Blind"-Faktor Wir etablierten eine Moderatorin als externe, investigative Protagonistin, die das Unternehmen quasi "auf den Prüfstand" stellt. Der Clou an der Produktion: Weder die Geschäftsführung noch die Mitarbeiter kannten die Fragen vorab. Es gab kein Briefing, keine vorbereiteten Antworten, kein "Können wir das noch mal machen?". Dies erzeugte am Set eine Atmosphäre von elektrisierender Spannung. Wenn die Kamera lief, war jeder Satz final.

Psychologie der Ungewissheit Warum tun wir das? Weil das Publikum ein feines Gespür für "Bullshit" hat. Wenn ein CEO oder ein Entwickler mit einer kritischen oder komplexen Frage konfrontiert wird und live nach einer Antwort sucht, passiert etwas Magisches: Wir sehen den Denkprozess. Wir sehen das Ringen um Präzision. Wir sehen ein echtes Lächeln oder ein kurzes Zögern. Diese "Unperfektheiten" sind der ultimative Trust-Indikator. Sie signalisieren: Hier spricht ein Mensch, keine PR-Maschine. Wer sich traut, sich ohne Netz und doppelten Boden vor die Linse zu stellen, der hat nichts zu verbergen – und genau das ist die Botschaft, die ein MedTech-Unternehmen senden muss.

 

High-End Tech Stack

Obwohl der Inhalt "roh" ist, ist die Technik absolute Oberklasse. Denn gerade bei einem so minimalistischen Set (nur eine Farbe) fallen technische Schwächen sofort auf.

Kamera: ARRI Alexa Mini (Referenzklasse für Skin Tones und Dynamic Range)
Optiken: High-Speed Prime Lenses (für klare Separation vom Hintergrund)
Licht: ARRI Skypanels S60-C & HMI (Präzise Farbtemperatur-Steuerung gegen Color Cast)
Set Design: Custom Painting "Infinity Cove" in CI-Farbe (EXIAS Orange)
Konzept: Unscripted / Blind Interview / 4th Wall Break
Produktion & Post: Art-Media Filmproduktion

Visual Strategy:

The Orange Box & Breaking the 4th Wall

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Visuell entschieden wir uns gegen den Location-Dreh in Büros oder Fertigungshallen. Wir wollten die Protagonisten isolieren, um den Fokus zu 100% auf ihre Aussagen und ihre Mimik zu lenken.

Die "EXIAS Orange" Immersion Wir bauten ein radikales Set: Ein komplettes Studio (Hohlkehle und Boden) wurde im ikonischen, extrem gesättigten "EXIAS Orange" gestrichen.

Color Psychology: Orange steht für Energie, Warnung (Aufmerksamkeit) und Wärme. Es ist das komplette Gegenteil zum sterilen "Medizin-Blau".

Technische Challenge: Ein komplett orangefarbener Raum ist der Albtraum für jeden Kameramann. Das Licht reflektiert von den Wänden und droht, die Hauttöne der Protagonisten orange einzufärben (Color Spill). Um das zu verhindern, mussten wir das Licht-Setup chirurgisch präzise setzen. Wir arbeiteten mit kühlerem Gegenlicht und strikter Lichtführung ("Flagging"), um die Gesichter sauber vom Hintergrund zu trennen. Das Ergebnis ist ein Look, der dramatisch und edel wirkt ("High Fashion trifft MedTech").

Dekonstruktion der Illusion (Wall Break) Wir rissen die Grenze zwischen Film und Realität konsequent ein. In vielen Einstellungen sehen wir die Scheinwerfer, die Stativbeine, die Kabel am Boden und die Ränder der Hohlkehle. Dieser "Behind the Scenes"-Ansatz (BTS) als primäres Stilmittel signalisiert dem Zuschauer unterbewusst Transparenz. Wir sagen damit visuell: "Schau her, das ist ein Filmset, aber was wir sagen, ist echt." Wir verstecken die Machart nicht, weil EXIAS auch in der Produktion und Entwicklung nichts versteckt. Die Form folgt hier strikt der Funktion.

 

 

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Production Workflow:

Regie als Psychologie

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Bei einem "Unscripted"-Dreh verschiebt sich die Aufgabe der Regie. Es geht nicht mehr darum, Schauspieler zu instruieren ("Schau mal ernster"), sondern darum, einen Raum zu schaffen, in dem sich Nicht-Schauspieler öffnen.

Das Interview als Verhör und Gespräch Die Kameraführung musste extrem reaktiv sein. Da wir nicht wussten, ob der Protagonist gleich aufspringt, lacht oder sich nachdenklich zurücklehnt, arbeiteten wir mit einer flexiblen, aber ruhigen Handkamera-Ästhetik bzw. leichtem Gimbal-Support. Wir blieben oft lange auf dem Gesicht, auch wenn die Antwort schon vorbei war. Genau in diesen "After-Moments" – dem Ausatmen nach der Antwort – liegt oft die meiste Wahrheit.

Schnitt-Rhythmus Im Editing haben wir bewusst "Fehler" drin gelassen. Ein "Ähm", ein Lachen, ein Suchen nach Worten. In der klassischen Werbung würde man das rausschneiden (glattbügeln). Wir haben es gehighlightet. Der Schnittrhythmus ist daher jazzig und organisch, nicht starr am Takt der Musik orientiert, sondern am Fluss der Gedanken.

 

Fazit:

Mut zur Lücke

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Das Ergebnis ist ein Stück dokumentarische Spannung im Gewand eines High-End-Commercials. Der Film beweist: Wer starke Werte hat, muss sich nicht hinter einem Skript verstecken. Die Art-Media Filmproduktion hat für EXIAS Medical kein "Werbevideo" produziert, sondern ein visuelles Statement. Wir haben gezeigt, dass B2B-Marketing nicht langweilig sein muss. Es muss nur mutig sein. Indem wir die Technik sichtbar machten und die Protagonisten ins kalte Wasser warfen, entstand das, was man mit Geld eigentlich nicht kaufen kann: Echte menschliche Resonanz.

 

 

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