Wie inszeniert man komplexe chemische Prozesse so, dass sie nicht nur verstanden, sondern gefühlt werden? Wie visualisiert man Produkte, die man mit freiem Auge kaum sieht – wie Gasfiltration oder Membrantechnologie – und lädt sie mit einer Bedeutung auf, die weit über den rein industriellen Nutzen hinausgeht?
Für den Global Player Evonik Industries stand die Art-Media Filmproduktion vor genau dieser Aufgabe: Die Brücke zu schlagen zwischen hochtechnologischer Faser-Produktion am Standort Lenzing/Schörfling und dem ureigenen, globalen Ziel des Unternehmens – der Bewahrung unserer Umwelt. Das Ergebnis ist weit mehr als ein klassischer Industriefilm; es ist ein visuelles Manifest für eine grünere Zukunft.
Genre: Imagefilm
Branche: Industrie
Kunde: Evonik Fibres GmbH
Leistung: Konzeption, Produktion
Im Sektor der chemischen Industrie ("Specialty Chemicals") kämpft das Marketing oft mit einem visuellen Dilemma: Die Anlagen sind gigantisch, stählern und komplex, die Produkte selbst (P84-Fasern, Granulate, Pulver) wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Doch ihre Wirkung ist monumental.
Evonik entwickelt Hochleistungsprodukte, die weltweit Filteranlagen effizienter machen und massiv CO2 einsparen. Die spezifische Challenge für dieses Projekt war es, diese abstrakte "Nachhaltigkeit" aus den sterilen Laboren und lauten Fabrikhallen herauszuholen. Ein rein technischer Erklärfilm hätte hier versagt. Datenblätter überzeugen den Verstand, aber sie gewinnen keine Herzen.
Der psychologische Shift Unsere strategische Analyse ergab: Wir dürfen nicht das Produkt in den Mittelpunkt stellen, sondern den Impact. Wir müssen weg vom "Was wir machen" hin zum "Warum wir es machen". Die Narrative musste sich drehen: Die Chemie ist hier nicht der Feind der Natur, sondern ihr Bodyguard. Diese Symbiose visuell glaubhaft zu machen, ohne ins "Greenwashing" abzudriften, war der Kern unserer Regie-Arbeit. Wir zeigen den Produktionsprozess, aber wir inszenieren ihn mit einer Weichheit und Menschlichkeit, die in diesem Sektor selten ist.
Um den nachhaltigen Charakter der Marke ("Leading Beyond Chemistry") visuell zu übersetzen, entschied sich das Team der Art-Media Filmproduktion bewusst gegen den oft üblichen, kontrastreichen und düsteren "Industrial Look". In vielen Industriefilmen dominieren Stahlblau, dunkle Schatten und Funkenflug. Wir gingen den entgegengesetzten Weg: High-Key und Organic Flow.
Licht als Botschafter Wir setzten konsequent auf ein High-Key Lichtkonzept. Das bedeutet: Wir vermeiden harte Schatten und düstere Ecken.
Transparenz: Helle, freundliche Ausleuchtung (oft über große Diffusionsrahmen realisiert) sorgt für eine visuelle Offenheit. Es gibt keine "dunklen Geheimnisse" in dieser Produktion.
Optimismus: Das Licht simuliert oft eine "Golden Hour" oder helles Tageslicht, was psychologisch sofort mit Zukunft, Hoffnung und Energie assoziiert wird. Die Labore wirken dadurch nicht wie sterile Reinräume, sondern wie helle Ateliers der Innovation.
Organic Flow & Gimbal-Arbeit Chemie fließt. Gase strömen. Energie wandelt sich. Um diesen Fluss zu visualisieren, verbannten wir das Stativ fast gänzlich aus den Industrie-Szenen. Wir arbeiteten mit Gimbals (kamerastabilisierenden Systemen), die eine schwebende, organische Kameraführung ermöglichen. Die Kamera "fließt" förmlich durch die Rohrsysteme und begleitet die Mitarbeiter auf ihren Wegen. Diese Dynamik verhindert, dass die massiven Anlagen statisch oder erdrückend wirken. Stattdessen entsteht ein Rhythmus, der die Agilität des Unternehmens unterstreicht.
Für diesen Look kombinierte die Art-Media Filmproduktion Technik aus dem Spielfilm mit der Flexibilität einer Dokumentar-Crew. Um die Diskrepanz zwischen den extrem hellen Außenbereichen und den oft dunkleren Hallenbereichen zu meistern, brauchten wir Kamerasensoren mit maximalem Spielraum.
Kamera: ARRI Alexa Mini LF (für maximalen Dynamic Range in den Highlights)
Optiken: Large Format Signature Primes (für cremiges Bokeh und saubere Hauttöne)
Support: Mövi Pro Gimbal & DJI Inspire 3 Drohne
Post: DaVinci Resolve (High-Key Color Grading)
Der Standort in Oberösterreich wird im Video als das "grüne Herz" bezeichnet. Das war kein bloßer Slogan, sondern die visuelle Leitlinie für den gesamten Drehplan.
Skalierung durch Drohnen (Contextual Establishing) Um den Claim "Teil von etwas Großem" visuell zu beweisen und den Standort geografisch zu verankern, waren Drohnen-Aufnahmen essenziell. Doch wir nutzten die Drohne nicht nur für schöne Panoramen. Die Top-Shots erfüllen eine narrative Funktion: Sie zeigen die Industrieanlagen eingebettet in üppige Wälder und Wiesen. Wir sehen keine rauchenden Schlote, die die Umgebung vergrauen, sondern weiße, saubere Strukturen inmitten von vitalem Grün. Diese Bilder sind das stärkste Argument für die Koexistenz von High-Tech und Umweltschutz. Der Schnitt wechselt rhythmisch zwischen der Makro-Ebene (Drohne über dem Werk) und der Mikro-Ebene (Faserstruktur im Mikroskop), um zu zeigen: Jedes kleine Detail trägt zum großen Ganzen bei.
Das "Human Element" im Fokus Trotz der beeindruckenden Maschinen (Extruder, Spinnanlagen) bleibt der Mensch der Held. Wir inszenieren die Mitarbeiter – die "Erfinder und Forscher" – nicht als bloße Bediener von Maschinen. Durch den Einsatz von längeren Brennweiten (Tele-Bereich) holen wir sie optisch ganz nah heran. Wir fangen das konzentrierte Blinzeln ein, das prüfende Auge an der Membran, das zufriedene Lächeln im Team-Meeting. Diese Nahbarkeit bricht die Anonymität des Weltkonzerns auf.
Der Film folgt keinem linearen Produktionsablauf (Rohstoff -> Produkt -> Versand), sondern einer emotionalen Argumentationskette.
Die akustische Klammer Der Voiceover-Text ist fast philosophisch angelegt. Er spricht von "Verantwortung", "Gleichgewicht" und "Lebenswerk". Um diese großen Worte zu stützen, benötigten wir ein Sound Design, das ebenso organisch ist wie die Bilder. Wir verzichteten auf aggressive Industrie-Sounds. Stattdessen hören wir eine treibende, aber warme musikalische Untermalung, die sich zum Finale hin ("Wir wollen das Leben besser machen") steigert.
Color Grading als Stimmungsmacher In der Postproduktion (Color Grading in DaVinci Resolve) haben wir den Look finalisiert.
Clean White: Die Weißtöne der Laborkleidung und der Wände wurden so gepegelt, dass sie strahlend rein (Clean Tech), aber nicht klinisch kalt wirken.
Skin Tones: Besonderes Augenmerk lag auf den Hauttönen. Sie sind warm und gesund, was in einer Umgebung mit oft künstlichem Mischlicht eine technische Herausforderung darstellt. Dies vermittelt Vitalität und Menschlichkeit.
Evonik-Deep-Purple: Das Corporate-Lila von Evonik wurde subtil, aber konsistent in den Look integriert, ohne dass es aufgesetzt wirkt.
Mit diesem Imagefilm hat Evonik Industries bewiesen, dass B2B-Kommunikation nicht trocken sein muss. Das Video dient heute als vielseitiges Asset – es läuft auf Messen, im Recruiting und auf der Website.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie wir arbeiten: Wir nehmen komplexe, oft spröde Materie und verwandeln sie durch cineastisches Handwerk in eine Geschichte, die berührt. Wir haben Chemie nicht erklärt, wir haben sie spürbar gemacht. Es ist ein Beweis dafür, dass High-Tech und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind, sondern – richtig in Szene gesetzt – das perfekte Paar.
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