Wie kommuniziert man Ingenieurskunst, die die Grenzen der Physik verschiebt, so, dass sie nicht nur verstanden, sondern auch als relevante Vision wahrgenommen wird? In einer Zeit, in der Content King ist, reicht es für Weltmarktführer nicht mehr, nur Produkte zu entwickeln. Sie müssen Themen besetzen.
AVL, das weltweit größte unabhängige Unternehmen für die Entwicklung, Simulation und das Testen von Antriebssystemen, stand vor genau dieser Herausforderung. Themen wie "Energy & Sustainability", Wasserstoff-Antriebe oder Batterietechnologie sind hochkomplex und abstrakt. Die Antwort der Art-Media Filmproduktion auf diese Kommunikationsaufgabe war keine klassische Videoproduktion, sondern die Entwicklung eines vollständigen, sendefähigen TV-Formats: "Reimagining Motion".
Genre: Imagefilm
Branche: Industrie
Kunde: AVL List GmbH
Leistung: Konzeption, Produktion
Ingenieure sprechen eine eigene Sprache – ein präzises Idiom geprägt von Daten, Grenzwerten, Simulationen und Fachtermini. Das ist intern notwendig, extern jedoch oft eine Barriere. Die Aufgabe für uns war es, diese enorme inhaltliche Tiefe beizubehalten, sie aber in ein konsumierbares, modernes Gewand zu kleiden. Es ging um eine Übersetzungsleistung: Vom akademischen Diskurs zum fesselnden Edutainment.
Das Problem der "Talking Heads" Ein Gespräch zwischen zwei Personen vor einer Kamera ist das wohl schwierigste Genre überhaupt. Warum? Weil es keine Action gibt, hinter der man sich verstecken kann. Keine Explosionen, keine schnellen Drohnenflüge, die von inhaltlichen Lücken ablenken. Wenn zwei Menschen reden, muss jedes Wort sitzen und jedes Bild perfekt ausgeleuchtet sein. Jede kleinste Unsicherheit in der Moderation oder im Licht wird vom Zuschauer sofort registriert. AVL benötigte einen Partner, der das Thema intellektuell durchdringt und gleichzeitig visuell auf internationales Broadcast-Niveau hebt. Das Ziel war Content Authority: AVL sollte nicht wie ein Werbetreibender wirken, sondern wie ein Fernsehsender mit eigener Experten-Redaktion.
Für dieses Projekt transformierte sich die Art-Media Filmproduktion von der reinen Produktionsfirma zur strategischen Chefredaktion. Wir lieferten den kompletten kreativen und inhaltlichen Unterbau.
Redaktion & Scripting Unsere Arbeit begann Wochen vor dem ersten Studiotag. In intensiven Workshops mit den Experten der AVL (wie hier Martin Rothbart, Senior Product Manager) destillierten wir die Kernbotschaften heraus. Wir strukturierten die komplexen Themenstränge rund um "Energy & Sustainability" vor.
Der dramaturgische Bogen: Ein gutes Gespräch braucht eine Dramaturgie. Wir entwickelten einen Gesprächsleitfaden, der den Zuschauer abholt (Status Quo), das Problem vertieft (Herausforderung Energiewende) und die Lösung präsentiert (Technologieoffenheit).
Briefing der Talents: Nicht jeder Top-Ingenieur ist ein geborener Entertainer. Wir coachten die Gesprächspartner, halfen dabei, komplexe Sätze zu entflechten und eine Sprache zu finden, die authentisch, aber verständlich ist.
Strategic Casting Ein Talk-Format steht und fällt mit der Moderation. Wir übernahmen das Casting für die Host-Rolle. Mit "Maggie" fanden wir eine Besetzung, die ideal als Brücke zwischen dem tiefen Expertenwissen und dem Publikum fungiert. Ihre Rolle ist psychologisch essenziell: Sie ist der Avatar des Zuschauers. Sie stellt die Fragen, die sich das Publikum denkt, und sorgt dafür, dass der Experte nicht im Monolog versinkt, sondern im Dialog bleibt.
Für diesen Look nutzte die Art-Media Filmproduktion Technik, die keine Fehler verzeiht. In einem weißen Studio sieht man jeden Schatten, jede Farbabweichung.
Kamera: Multicam-Setup (ARRI / Sony Cinema Line) für nahtlosen Schnitt und diverse Einstellungsgrößen.
Audio: Sennheiser/Shure Lavalier-Strecken auf Broadcast-Level (versteckte Verkabelung).
Licht: Großflächige Softbox-Arrays & Kino Flo (High CRI) für schattenfreies Beauty-Light.
Post: Multicam-Editing in Premiere Pro / DaVinci Resolve.
Konzept: Redaktionelle Betreuung, Scripting & Casting durch Art-Media.
Workflow: Live-to-Tape Aufzeichnung für maximale Dialog-Authentizität.
Visuell setzten wir auf eine Ästhetik der "radikalen Reduktion". Wir orientierten uns an High-End Tech-Talks und modernen News-Formaten (wie man sie von Apple Keynotes oder Bloomberg TV kennt).
Der "Clean Lab" Look Wir bauten ein Set, das bewusst minimalistisch ist. Ein heller, fast weißer Raum, moderne Möbel, keine dekorativen "Staubfänger".
Psychologie der Leere: In einer Welt voller visueller Reize ist "Weißraum" der ultimative Luxus. Nichts lenkt ab. Der Fokus liegt zu 100% auf den Gesichtern und dem gesprochenen Wort. Diese visuelle Strenge suggeriert Klarheit, Reinheit und wissenschaftliche Präzision.
Marken-Integration: Das AVL-Branding findet subtil statt – über Farben im Hintergrund oder Grafiken auf den Screens – aber niemals laut schreiend. Das Format wirkt dadurch souverän und nicht werblich.
Kamera-Choreographie im Dialog Auch wenn die Protagonisten sitzen, ist die Kameraarbeit dynamisch. Wir inszenieren das Gespräch aus mehreren Perspektiven. Die Kameras sind so positioniert, dass sie nicht nur den Sprecher einfangen, sondern auch die Reaktion des Zuhörers (Listening Shots). Oft transportiert ein zustimmendes Nicken oder ein konzentrierter Blick mehr Information als der gesprochene Satz. Dieser Schnittrhythmus macht das Video lebendig und hält die Aufmerksamkeit des Zuschauers hoch.
Um eine Serie von Videos effizient zu produzieren, etablierten wir einen "Live-to-Tape" Workflow. Das bedeutet: Wir zeichnen auf, als wären wir live auf Sendung.
Multicam-Synchronität Wir drehten mit einem Verbund aus mehreren Kameras (ARRI oder Sony Cinema Line), die per Timecode exakt synchronisiert sind. Dies ermöglicht es uns, im Schnitt nahtlos zwischen der Totalen (beide Personen), der Halbnah (Gestik) und der Nahaufnahme (Mimik/Emotion) zu wechseln. Dieser Workflow erfordert am Set höchste Disziplin. Das Licht muss für alle Kamerawinkel gleichzeitig funktionieren. Man kann nicht – wie beim Spielfilm – für jede Einstellung das Licht umbauen. Wir mussten ein "360-Grad-Lichtkonzept" erschaffen, das aus jeder Perspektive schmeichelhaft aussieht.
Audio als Qualitäts-Anker Bei einem Talk-Format ist der Ton wichtiger als das Bild. Ein verrauschter Ton oder zu viel Raumhall ("Badezimmer-Sound") zerstört sofort die Illusion der Professionalität. Wir setzten auf eine hochwertige Lavalier-Mikrofonierung, die unsichtbar an der Kleidung angebracht wurde, kombiniert mit Richtrohrmikrofonen als Backup (Boom). Die Tonmischung erfolgte so, dass die Stimmen warm, präsent und "radio-ready" klingen – frei von störenden Raumeinflüssen.
Das Ergebnis "Reimagining Motion" ist ein Paradebeispiel für modernes Corporate Publishing. AVL sendet nicht bloß Informationen, sondern etabliert sich als Medienmarke mit eigener Stimme.
Das Format wirkt ruhig, fundiert und hochwertig. Durch die intensive redaktionelle Vorarbeit der Art-Media Filmproduktion wirken die Gesprächspartner vor der Kamera entspannt und kompetent. Wir haben den Ingenieuren die Angst vor der Kamera genommen und ihnen eine Bühne gebaut, auf der ihr Wissen glänzen kann. Das ist der Unterschied zwischen "ein Video machen" und "ein Format entwickeln". Wir haben der Komplexität die Schwere genommen, ohne den Inhalt zu verwässern.
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