Das Thema "Regionalität" ist allgegenwärtig. Jeder Supermarkt, jedes Label, jede Verpackung wirbt damit. Für den Konsumenten entsteht dadurch oft ein diffuses Rauschen. "Regional" wird zur leeren Hülse. Für die Landwirtschaftskammer Niederösterreich stand die Art-Media Filmproduktion vor der Aufgabe, diesen oft abstrakten und inflationär gebrauchten Begriff emotional neu aufzuladen und ihm wieder Bedeutung zu verleihen. Die Besonderheit an diesem Projekt: Das Video musste ohne erklärende Stimme funktionieren.
Es ist ein Beweis dafür, dass man auch mit einem klassischen 2D-Stil – der in der High-End-Branche oft zu Unrecht als "generisch" abgetan wird – durch die richtige Prise Charme und strategische Planung eine tiefgreifende Wirkung erzielen kann. Wir nennen das: Lowkey Storytelling mit High-Impact.
Genre: Erklärvideo
Branche: Versicherungen
Kunde: Merkur Versicherung AG
Leistung: Konzeption, Produktion
Wie erklärt man die ökonomischen und ökologischen Kreisläufe regionaler Landwirtschaft, wenn der Ton ausgeschaltet ist? Dieses Szenario ist heute der Standard: Auf Infoscreens in Wartezimmern, auf digitalen Werbeflächen im öffentlichen Raum (DOOH) oder beim Scrollen durch den Facebook-Feed in der U-Bahn – der Ton ist meist aus.
Die Herausforderung bei diesem Erklärvideo lag im rein visuellen Storytelling. Wir konnten uns nicht auf einen Sprecher verlassen, der Zusammenhänge erklärt ("Wenn Sie hier kaufen, passiert dort das..."). Wir mussten die komplexen Kausalketten – vom Acker über den Verkauf bis zum Konsumenten und zurück zur regionalen Wertschöpfung – so einfach visualisieren, dass die Botschaft "Schau drauf, wo es herkommt" auf den ersten Blick sitzt. Das Ziel war Cognitive Ease (kognitive Leichtigkeit): Der Betrachter soll die Information aufsaugen, ohne sich anstrengen zu müssen.
Die Geschichte folgt keinem linearen Pfad, sondern einem Zyklus. Das ist essenziell für Medien, die oft im "Loop" (Endlosschleife) laufen.
Der visuelle Kreislauf Wir animierten den direkten Weg der Produkte:
Produktion: Der Bauer erntet (Ursprung).
Transaktion: Der Verkauf am Markt oder im Laden (Begegnung).
Konsum: Die Familie genießt das Essen (Nutzen).
Re-Investition: Das Geld bleibt in der Region und sichert den Hof (Wertschöpfung).
Dieser Zyklus wird visuell geschlossen. Wir nutzen grafische Elemente wie Pfeile oder fließende Übergänge, um den Zuschauer von Station zu Station zu leiten. Die Botschaft wird ohne ein einziges gesprochenes Wort klar: "Dein Einkauf hat Konsequenzen. Positive Konsequenzen."
Ankerpunkte für das Auge Wichtige Elemente (die regionalen Produkte, das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel) wurden visuell hervorgehoben (Größe, Farbsättigung), um als Visual Anchors zu dienen. Egal wann man in das Video einsteigt, man sieht sofort das Gütesiegel und verknüpft es mit dem positiven Kontext.
3D Software: Maxon Cinema 4D (für 3D-Glas-Elemente und Physik-Simulationen).
Compositing: Adobe After Effects (für 2.5D Raum-Komposition und Parallax-Effekte).
Render Engine: Redshift / Physical Render (für realistische Refraction & Reflection Shaders).
VFX: Simulation von "Chromatic Aberration" (Lichtbrechung an den Kanten) für mehr Realismus.
Design: Clean UI/UX Design Aesthetics (inspiriert von "Glassmorphism" Trends).
Konzept: Visualisierung von abstrakten Werten (Transparenz) durch Material-Eigenschaften.
Wir entschieden uns für einen bewährten, flächigen 2D-Animationsstil (Vector Art), veredelten ihn aber im Detail, um ihn vom Standard abzuheben.
The Power of Flat Design Warum Vektoren? Weil das Gehirn einfache Formen schneller verarbeitet als komplexe Fotos. Ein roter Kreis mit einem Stiel ist sofort als "Apfel" erkennbar, egal wie klein der Bildschirm ist. Dieser Stil ermöglicht eine idealtypische Darstellung. Wir zeigen nicht einen spezifischen Bauernhof (was Fragen aufwerfen würde: "Ist das der Huber aus dem Waldviertel?"), sondern den Bauernhof als Symbol. Das macht die Botschaft universell gültig für ganz Niederösterreich.
Character Charm: The Anti-Stock Approach Oft wirken Standard-Erklärvideos steif und seelenlos, wie aus der Clip-Art-Bibliothek zusammengeklickt. Die Art-Media Filmproduktion brachte durch liebevolles Character Design Leben in die Figuren.
Micro-Expressions: Ein Lächeln hier, ein fester Händedruck dort, ein kurzes Zwinkern. Diese kleinen, animierten Details ("Secondary Motion") sorgen dafür, dass die Figuren nicht wie Roboter, sondern wie echte Menschen wirken. Sie atmen.
Identifikationsfiguren: Der Bauer wirkt bodenständig und stolz, die Familie sympathisch und modern. Wir vermeiden Klischees (keine Heugabeln, keine Trachten), um zu zeigen: Landwirtschaft ist ein moderner Wirtschaftszweig, keine Folklore.
Technisch basiert der Look auf einer nahtlosen Vektor-Pipeline.
Scalability is Key Da das Video auf verschiedensten Screens laufen muss – vom kleinen Smartphone bis zur riesigen LED-Wand auf einer Messe – ist die Skalierbarkeit von Vektorgrafiken unschlagbar. Im Gegensatz zu Pixel-Videos (Video-Footage), die beim Aufblasen unscharf werden können, bleiben Vektoren immer mathematisch perfekt und gestochen scharf.
Rigging in After Effects Um die Figuren zum Leben zu erwecken, nutzten wir Character-Rigging-Tools (wie Duik Bassel) in Adobe After Effects. Wir bauten den 2D-Figuren ein virtuelles Skelett mit Gelenken. Das erlaubt uns, natürliche Bewegungsabläufe zu animieren (Inverse Kinematics). Wenn der Bauer die Kiste hebt, beugen sich die Arme physikalisch korrekt, der Rücken geht mit. Diese Liebe zur Bewegungsphysik unterscheidet hochwertiges Motion Design von billiger "Puppet-Animation".
Das Video bringt die Kernbotschaft der Landwirtschaftskammer auf den Punkt: Wer regional kauft, sichert Qualität und Arbeitsplätze vor Ort. Es ist ein Werkzeug der politischen Bildung, verpackt als sympathische Unterhaltung.
Die Art-Media Filmproduktion zeigt hier, dass man das Rad nicht immer neu erfinden muss. Manchmal reicht es, einen klassischen Stil mit genügend handwerklichem Charme, präzisem Timing und psychologischem Gespür umzusetzen, um zu überzeugen. Wir haben bewiesen: Stille kann extrem laut sein, wenn die Bilder stark genug sind.
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